Montag, August 30, 2010

Der Ramban zum Götzendienst "Molech"

B"H

Der Ramban (Nachmanides, 1194 - 1270) verfasste einiges zum Götzendienst des Molech, welcher in Jerusalem zur Zeit des Ersten Tempels stattfand.

Die Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Yoma 9b nennt drei Gründe, warum G - tt die Zerstörung des Ersten Jerusalemer Tempels (die Babylonier besiegten Jerusalem) zuliess. Immerhin war der Tempel von König Salomon (Shlomo HaMelech) erbaut worden. Wieso hat also eine Zerstörung stattfinden müssen ?
Andere Frage: Warum nicht, denn der Prophet Yechezkel prophezeiht uns einen Dritten Tempel mit der Ankunft des Meschiach, worin die Cohanim (Tempelpriester) wieder eingesetzt werden und ebenso Tieropferungen stattfinden werden. Ergo mussten der Erste sowie Zweite Tempel musste zerstört werden, um die Ankunft des Meschiach in die Wege zu leiten bzw. die Aussage der Propheten zu erfüllen.

Sexuelle Perversionen, Mord sowie Götzendienst reichten G - tt aus, um den Ersten Tempel zerstören zu lassen. Die Babylonier waren lediglich Sein Werkzeug. Einer der bekanntesten Götzendienste zur Zeit des Ersten Jerusalemer Tempels war der Götzendienst des "Molech". Ausgeführt von Molechpriestern vor den Toren Jerusalems in der sogenannten "Tofet". Dort, wo heute das Sultan Pool bzw. Jerusalems Cinematheque (Kino gegenüber dem Jaffa Tor) zu finden sind.

Der Ramban schreibt in seinem Thorakommentar zur Parashat "Acharei Mot" (im Buch Leviticus / Vayikra) folgende These:

Bei "Molech" handelt es sich um einen Götzen mit dem Namen, welcher den Juden schon aus Ägypten bekannt war. Rabbi Avraham ibn Ezra schrieb, dass Molech wahrscheinlich mit "Milkom" der Ammoniter identisch sei.

Raschi beschrieb, wie genau der Götzendienst am Molech vor sich ging:

Ein Vater gab seinen Sohn einem Götzenpriester und dieser zündete zwei große Scheiterhaufen (sich gegenüberliegend) an. Das Kind musste mit den Füssen zwischen den beiden Haufen hindurchgehen.
Raschi stellt die Frage, ob der Vater des Kindes hier tatsächlich schuldig ist, Götzendienst betrieben zu haben, denn der Sohn geht lediglich zwischen den beiden Scheiterhaufen hindurch, ohne jedoch durch das Feuer zu treten. Und G - tt verbietet den Juden in der Thora, keines ihrer Kinder "Le Ha'avir LaMolech - an Molech weiterzugeben". "Le Ha'avir" wird in diesem Zusammenhang als "Gang durch das Feuer" ausgelegt und das Thoraverbot des "nicht weitergeben der Kinder" findet ebenso wenig statt, denn der Vater gibt den Sohn an den Götzendienstpriester und nicht direkt an Molech.

Der Ramban ist dagegen der Meinung, dass der Sohn nicht zwischen den zwei Scheiterhaufen entlang lief, sondern dass das Kind verbrannt wurde. Bedeutet: Der Sohn musste durch das Feuer gehen, bis er starb.
Ferner sagt der Ramban, dass die Götter der Sepharvaim (siehe Könige II, 17:31) mit Molech identisch sind, da ihre Namen "Adrammelech" sowie "Anammelech" lauten. Molech stammt offenbar vom hebräischen Wort "Melech", welches "König" bedeutet.

"Molech" und "Baal" waren die beiden beliebten Götzenkulte der Juden zu der Zeit. In manchen Fällen sind beide Götzen miteinander identisch.
Der Talmud Traktat Sanhedrin berichtet eine berühmte Begebenheit, nach welcher die Mutter des Chizkiyahu (Hezkiah) ihren Sohn vor dem Feuer mit Salamanderöl einrieb als ihr Gatte verkündete, er wolle den Sohn dem Feuer opfern. Dank seiner Mutter überlebte Chizkiyahu.

Aber nicht nur König Ahaz opferte seine Kinder dem Feuer. König Menasche tat es ihm gleich.



Link zum Thema:

2 Kommentare:

  1. http://video.google.com/videoplay?docid=-3928216489904128357#

    süsses Video mit Imitation von Amnon Yitzhak u.a.

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  2. B"H

    Ich kenne das Video. Sehr gut gemacht und richtig original Amnon Yitzchak.:-)

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